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Vor wichtigen Entscheidungen einen Blick in die Zukunft zu werfen, gehörte zu den magisch-religiösen Praxen fast aller Hochkulturen. Galt es in der Antike den Götterwillen zu erkunden und mit den gelegentlich tragischen Fehlinterpretationen der Vorhersage einer mehr oder weniger determinierten Zukunft fertig zu werden, entwarf die moderne Wissenschaft das Bild einer offenen Zukunft.
Als Amalgam aus Gesellschafts- und Wissenschaftsutopie war es die Literatur, die sowohl die so entstandenen Möglichkeitsräume erkundete, als auch pfadabhängige, apokalyptische Entwicklungsszenarien entwarf. Beschleunigte wissenschaftliche Entwicklung hat aber nicht nur den Science Fiction Roman zur permanenten Revision gegenwärtiger Zukunft genötigt, sondern auch der Wissenschaft und der Politik die Frage nach zukünftiger Gegenwart aufgenötigt.
Die Wissenschaft selbst versucht inzwischen ihre eigene Zukunft zu erkunden, ebenso wie die Politik nach Antworten auf die Frage sucht, wo sich besonders viel versprechende wissenschaftliche Entwicklungen und mögliche technologische oder wirtschaftliche Anwendungen abzeichnen. Betroffen sind auch diejenigen, die Forschung materiell fördern und mit ihren Programmen Weichenstellungen für oder gegen Zukunftsoptionen treffen.
Welche Wege dabei in unterschiedlichen Ländern und Förderorganisationen beschritten werden, welche Methoden zum Einsatz kommen und welche politischen Konsequenzen aus der Vergegenwärtigung von Zukunft gezogen werden, war Gegenstand der iFQ Jahrestagung 2008 im „caesar“ in Bonn.
Da auch „Foresight Studies“ inzwischen auf eine Vergangenheit zurückblicken, gilt es natürlich auch der alten Frage nachzugehen, ob die Zukunft hinreichend erkannt werden konnte oder die Zeichen missdeutet wurden.
Diese Frage nach der Lesbarkeit der Welt wurde illustriert durch eine begleitende Ausstellung „Places& Spaces: Mapping Science“ (www.scimaps.org), die mit einer ästhetisch anspruchsvollen Kartographie der Wissenschaft versucht Vergangenheit und Zukunft anschaulich zu machen. |
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Donnerstag, 11.12.2008 |
| 10:30 |
Begrüßung
Stefan Hornbostel, iFQ – Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung |
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I. Science Fiction und Wissenschaft
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| 11:00
| Utopien und Visionen in der Wissenschaft
Thomas Macho, Humboldt-Universität zu Berlin |
| 11:30
| Science fiction as a provider of guiding images for innovation
– historical examples, experiences from innovation processes – a critical perspective of a futurist
Karlheinz Steinmüller, Z_punkt The Foresight Company |
| 12:00
| Diskussion
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| 12:30
| Mittagspause
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| II. Wissenschaft und Foresight: Prognosen und Trends
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| 13:30 |
Prognosen - ihre Grenzen und ihre Rolle in der Planung
Uwe Wiemken, Fraunhofer Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT |
| 14:00 |
Studying knowledge dynamics for foresight an approach and some examples
Peter van den Besselaar, Science System Assessment, Rathenau Instituut & Universiteit van Amsterdam |
| 14:30 |
Diskussion |
| 14:50 |
Foresight in research on civil security
Sylvie Rijkers-Defrasne, VDI Technologiezentrum GmbH
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| 15:20 |
Many foresee more than one: A collaborative approach to in silico science
Christine Chichester, KNEWCO |
| 15:50 |
Diskussion
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| 16:10 |
Kaffeepause |
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III. Wissenschaftspolitik und Strategien im internationalen Vergleich (1) |
| 16:40 |
Setting European research agendas: European foresight strategies in context
Rüdiger Klein, ESF - European Science Foundation |
| 17:10 |
Der BMBF-Foresight-Prozess: Schwerpunkte in Technologie und Forschung in Deutschland
Otto Bode, Bundesministerium für Bildung und Forschung |
| 17:40 |
Diskussion |
| 18:30 |
Sektempfang und Ansprache anlässlich der Ausstellungseröffnung: Places & Spaces: Mapping Science |
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Places & Spaces: Mapping Science: Introduction into the exhibition
Katy Börner, Indiana University |
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Freitag, 12.12.2008 |
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III. Wissenschaftspolitik und Strategien im internationalen Vergleich (2) |
| 9:30 |
Science and technology foresight in Japan
Kerstin Cuhls, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, ISI |
| 10:00 |
Foresight in Latin America: Experiences in six countries
Yuli Villarroel, Universidad Nacional Experimental Simón Rodríguez |
| 10:30 |
Diskussion |
| 10:50 |
Kaffeepause |
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IV. Theorien und Methoden: alte und neue Ansätze im Foresight-Prozess |
| 11:20 |
Foresight methodology - overview
Rafael Popper, University Manchester |
| 11:50 |
Das Technologieexperten-Delphi der Prognos AG – Aufbau, Erfahrungen, Ausblick
Oliver Pfirrmann, Prognos AG |
| 12:20 |
The scope of bibliometric approaches in foresight studies
.Anthony F.J. van Raan, Centre for Science and Technology Studies (CWTS), Leiden University |
| 12:50 |
Diskussion |
| 13:20 |
Mittagspause
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V. Der Foresight-Prozess zwischen Prognose und Wirklichkeit: Wie valide sind die Ergebnisse?
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| 14:20 |
Evaluation des BMBF-Foresight-Prozesses
Melanie Kramp, Institut für Technologie und Arbeit |
| 14:50 |
“Der Studentenberg”: Prognosis and reality
Dieter Dohmen, FiBS – Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie |
| 15:20 |
Diskussion |
| 15:40 |
Ausblick
Kalle Hauss and Saskia Heise, iFQ – Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung |
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