Aktuelle Forschung

Die Mitglieder des Kompetenzzentrums Bibliometrie führen ihre Forschungsarbeiten unabhängig und eigenverantwortlich durch. Konkrete Informationen zu den von den Partnern bearbeiteten Projekten finden sich auf den Webseiten der einzelnen Einrichtungen.

Für die Weiterentwicklung der Datenbankinfrastruktur steht dem Kompetenzzentrum Bibliometrie ein Finanzpool zur Verfügung. In 2016 werden die folgenden Projekte bearbeitet:

  • "Prüfung der Klassifizierbarkeit 'Bereich Wirtschaft' auf internationaler Ebene" (DZHW).
    Die Frage nach der Verschränkung von Wissenschaft und Wirtschaft, insbesondere in international vergleichender Perspektive, aber auch für einzelne Länder über die Zeit, ist eine wissenschaftspolitisch zunehmend wichtige Kenngröße. Derzeit erlaubt die Dateninfrastruktur des Kompetenzzentrums Bibliometrie eine Zuschreibung der Kategorie "Wirtschaft" für Institutionen mit deutschem Sitz. Diese institutionelle Disambiguierung erlaubt es annäherungsweise die Integration von Wissenschaft und Wirtschaftsakteuren über Ko-Publikationen zu analysieren. Jedoch nur für solche Fälle, in denen beide Akteure ihren Sitz in Deutschland haben. Es wird daher vorgeschlagen, Ansätze aus der Harmonisierung von Datenbeständen zu nutzen und deren Übertragbarkeit auf Publikationsdaten zu prüfen.
  • "Vergabe von eindeutigen Autoren-IDs in WoS: Teil 2" (GESIS).
    Die Identifikation und Disambiguierung von Autorennamen ermöglicht es, über Personennamen die Suche von Publikationen im Datenbestand vorzunehmen, um präzise Auskünfte zu Verfassern und deren Veröffentlichungen zu erhalten. Diese Disambiguierung wird im KB u. a. für Fallstudien und Länderanalysen dringend benötigt. Im Vorläuferprojekt wurde ein Verfahren auf Basis von Co-Autoren-Analysen entwickelt, um Autorennamen in DBLP und WoS-Datensätzen zu disambiguieren. Die Effektivität des Verfahrens wurde anhand von einem eigens dafür erstellten Golddatensatz jeweils für DBLP und WoS untersucht. Die Präzision für Autoren-Homonyme im Fall von DBLP und WoS liegt in der prototypischen Implementation in einem erfreulich guten Niveau. Projektgegenstand von Teil 2 des Projekts ist die Weiterentwicklung und Optimierung des prototypischen Verfahrens zur Autorendisambiguierung.
  • "Geokodierung" (Universität Bielefeld).
    Die Untersuchung wird zum einen eine statistische Auswertung zu Art und Vollständigkeit der in den Adressdatensätzen von Web of Science und Scopus enthaltenen Geoinformationen liefern (Verfügbarkeit von Ortsnamen, PLZ, Straßenangaben; fehlende City- und Country-Angaben bei Scopus etc.). Zum anderen wird eine Übersicht über verfügbare und geeignete Ressourcen zur Geokodierung erstellt, einschließlich exemplarischer Tests zu deren Leistungsfähigkeit (und Problemen). Darüber hinaus werden Grundzüge eines Verfahrens zur Geokodierung entwickelt und ein Vorschlag für die Struktur der Tabellen zur Integration der Ergebnisse in die KB-Datenbanken vorgestellt.
  • "Bibliometrische Indikatoren als gespeicherte Prozeduren" (DZHW).
    In diesem Projekt soll ein Schritt in Richtung der Harmonisierung der Arbeit der Mitgliedseinrichtungen mit den gemeinsam genutzten Daten getan werden. Dazu sollen für gängige bibliometrische Indikatoren auf der institutionellen Ebene, der Ebene von Ländern und der Ebene von beliebig zusammengestellten Mengen an Publikationen standardisierte Abfragen als gespeicherte Prozeduren direkt in der Bibliometriedatenbank bereit gestellt werden. Die Prozeduren sind dann sowohl zur Ausführung als auch zur Ansicht der Berechnung, d.h. des Quellcodes den Benutzern der KB-Oracle-Datenbank freigegeben.