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Zur Nachhaltigkeit der Wissenschaftsförderung

7. Jahrestagung des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung

Die Vorträge der iFQ-Jahrestagung stehen als Audio-Podcasts zum Nachhören zur Verfügung.

 
Wann? 1. und 2. Dezember 2014    
 
Wo? Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Leibniz-Saal
Markgrafenstraße 38
10117 Berlin
   
 

Worum geht es?

Der Begriff der 'Nachhaltigkeit' taucht seit einigen Jahren überall dort auf, wo Modernisierungen geplant, umgesetzt, legitimiert oder auch nur vorgetäuscht werden sollen. War er bis vor einigen Jahrzehnten noch fast ausschließlich auf ökologische Sphären gemünzt (Klimawandel, Biodiversität, Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen usw.), so ist er inzwischen in verschiedene andere Handlungsdomänen eingegangen und sogar in die Alltagssprache vorgedrungen. Vor allem ist dem Begriff dabei gemein, dass er mit Ressourcenschonung, Langfristigkeit und einem verantwortungsbewussten Umgang unter Berücksichtigung von zukünftigen Generationen verbunden ist.

Die Welt der Wissenschaft ist dabei insofern berührt, als sie einerseits durch Forschung auf unterschiedlichen Gebieten (Klima-, Energie-, Geo-, Demografie-, Gesundheitsforschung usw.) selbst Technologien bereitstellen soll, die zugleich ökologisch sinnvoll, sozial verantwortlich und wirtschaftlich effizient sind. Andererseits soll sie auch über die Technologieentwicklung hinaus zur Vermittlung von Denk- und Handlungsmustern beitragen, die Nachhaltigkeit zum Ziel haben. Nachhaltigkeit kann daher selbst als ein wissenschaftliches Paradigma betrachtet werden.

Die Betrachtungsweise lässt sich aber auch umkehren, sodass die Frage nach der Nachhaltigkeit der Wissenschaft selbst im Brennpunkt steht. Ist das Wissenschaftssystem selbst ökologisch sinnvoll und sozioökonomisch effektiv und effizient? Kann es innerhalb bestimmter räumlicher Grenzen (z. B. Staaten), unter Berücksichtigung seiner allgemeinen Rahmenbedingungen (z. B. sektorale Aufteilungen, gesetzliche Grundlagen, Organisationstypen oder Fachkulturen) und nicht zuletzt gemessen an seiner Ausstattung (z. B. unterschiedliche Förderinstrumente oder personelle Rekrutierungschancen) als nachhaltig bezeichnet werden? Geht die Wissenschaft also alles in allem schonend mit ihren materiellen, aber auch personellen Ressourcen um? Ist sie langfristig organisiert? Berücksichtigt sie die Interessen künftiger Generationen? Und schließlich: Ist eine Wissenschaft, die in diesem Sinn nachhaltig wäre, überhaupt wünschenswert?

Das Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ) möchte im Rahmen seiner 7. Jahrestagung diesen interessanten Perspektivwechsel – von der Wissenschaft für Nachhaltigkeit zur Nachhaltigkeit von Wissenschaft – wagen. Das iFQ verspricht sich mit einem entsprechenden Veranstaltungsprogramm nicht nur Raum für aktuelle Arbeiten aus der Wissenschaftsforschung, sondern auch Diskussionsbeiträge zu aktuellen wissenschafts-, innovations- und technologiepolitischen Fragen – nicht zuletzt derjenigen nach der Zukunft des öffentlich finanzierten Wissenschaftssystems im Zuge des Auslaufens der Pakte von Bund und Ländern (Exzellenzinitiative, Pakt für Forschung und Innovation, Hochschulpakt 2020).

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch (ohne Übersetzungen).