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Executive Summary
Zwischen Dezember 2009 und Mai 2010 wurden 21 leitfadengestützte Experteninterviews mit Dekanen, Forschungsdekanen und Forschungsreferent/innen an 10 medizinischen Fakultäten in Deutschland durchgeführt, um das Betriebswissen dieser Akteure zur Etablierung und Durchführung der leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM) an diesen Fakultäten zu erfassen. Die so generierten Daten bilden die Grundlage für weitere Erhebungen mittels Onlinefragebögen und bibliometrischen Analysen, die für im weiteren Projektverlauf geplant sind.
Implementation
Die LOM wurde auf Betreiben der Fakultätsleitungen eingeführt, meist als Reaktion auf einen Impuls aus der Politik. Es wurden zum Teil spezielle Kommissionen etabliert, die LOM-Modelle entworfen und diskutiert haben, um die wahrgenommene Legitimität der LOM an der Fakultät zu erhöhen. Dies erklärt auch die zum Teil sehr unterschiedlichen Ausformungen der LOM-Systeme, die örtliche Schwerpunktsetzungen und Interessenkonstellationen berücksichtigen.
Zentrale Konflikte
Als eine zentrale Entscheidungsrationale bei der Einführung der LOM stellt sich das Schaffen von Akzeptanz heraus, da an den Fakultäten überall mehr oder weniger starke Widerstände gegen diese Neuerung bestanden. Es zeigen sich zwei zentrale Konflikte: (1) zwischen etablierten Forscher/innen, die ihre Besitzstände wahren wollen, und Fakultätsleitung, die die LOM einführt, (2) darum, welche Publikationen wie gezählt werden sollen und ob bestimmte Fächer strukturell benachteiligt werden. Der journal impact factor (JIF) wird hierbei als nicht optimaler, aber als der beste verfügbare Indikator betrachtet, da die Nutzung von Zitationen als derzeit zu schwerfällig beurteilt wird.
Wirkungseinschätzung
Die LOM wird von den Befragten als motivierend beschrieben, nicht nur wegen des finanziellen Anreizes, sondern auch weil die LOM an einigen Fakultäten einen direkten Vergleich zwischen Einheiten ermöglicht. Die LOM wird teilweise auch als Instrument genannt, mittels dessen die Trennungsrechnung zwischen Fakultät und Klinik präziser gestaltet werden könne. Allerdings sieht die Mehrzahl der Befragten die LOM nicht als geeignet an, die strategische Entwicklung innerhalb der Fakultät zu steuern. Fakultäten beurteilen zudem unterschiedlich, inwieweit die Komplexität einer LOM-Formel die Akzeptanz der LOM beeinflusst.
Bei weitergehendem Interesse können Sie hier den ausführlichen Bericht zur Auswertung der Interviews herunterladen (29 Seiten):
Schulz, Patricia / Neufeld, Jörg / Krempkow, René, 2011: Leistungsorientierte Mittelvergabe an Medizinischen Fakultäten in Deutschland – Die Sicht von Fakultätsleitungen. Auswertung der Experteninterviews des Forschungsprojektes GOMED – Governance Hochschulmedizin.
Bei allen weiteren Fragen und Interesse hierzu stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Dieses Projekt ist Teil der BMBF-Förderinitiative "Neue Governance der Wissenschaft - Forschung zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft".
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