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Kaum koordinierte Datenerhebungen für Evaluationen, Systeme der Leistungsorientierten Mittelvergabe und das interne und externe Berichtswesen führen zu enormen Belastungen von Wissenschaftlern und Verwaltungen. Eine nachhaltige Nutzung der Daten ist in der Regel nicht gewährleistet und die ad-hoc generierten Daten sind häufig inkompatibel zu benötigten Referenzdaten.
Mit dem Forschungsmonitor sollen mehrfach nutzbare, qualitativ hochwertige und valide Daten auf Mikroebene kontinuierlich erfasst und für Langfristbeobachtungen und Evaluationen von Forschungsaktivitäten, aber auch zur Unterstützung des Managements von z.B. Forschungsverbünden bereitgestellt werden.
Der Forschungsmonitor soll die dauerhafte Beobachtung von Entwicklungen insbesondere in der öffentlich geförderten Forschung auf der Basis eines wissenschaftlich fundierten Sets an etablierten und neuen Kennzahlen und Indikatoren ermöglichen. Gleichzeitig soll der Aufwand bei der Gewinnung der hierfür notwendigen Daten für den einzelnen Wissenschaftler möglichst gering bleiben und diesem auch eine individuelle Nutzung erlauben.
Im Forschungsmonitor werden forschungsbezogene, individuelle und projektbezogene Daten erfasst, gespeichert und analysiert. Dies sind z.B. Informationen zum beruflichen Werdegang und Input-, Output- und Strukturdaten. Der Forschungsmonitor bietet verschiedene Nutzungsmöglichkeiten, die – abhängig von den Nutzerwünschen – kontinuierlich erweitert werden:
- Dienstleistung für Wissenschaftler:
Erfassung und Verbreitung von Informationen über ihre Forschungsaktivitäten und akademischen Werdegang
- Dienstleistung für Förderverbünde:
Unterstützung der Projektleitung und des Berichtswesens
- Dienstleistung für die DFG:
Unterstützung der Berichterstattung zu Graduiertenschulen und Exzellenzclustern
- Datenhaltung und Panelpflege für Befragungen
- Bereitstellung eines Datenpools als Grundlage für Forschungsprojekte und -fragen
Ein großer Vorteil ist die nachhaltige Nutzbarkeit einmal eingegebener Daten: Unnötige Mehrfachbefragungen werden vermieden. Projektleiter verfügen so ständig über aktuelle Überblicke. Das Instrument ist flexibel: Wissenschaftler, die in mehreren Projekten mitwirken, können sich und damit ihre Daten mehreren Kontexten zuordnen und ihre Daten auch beim Ausscheiden aus Förderverbünden weiter pflegen und nutzen.
Über die Nutzung der Daten im Projektkontext hinaus können die Wissenschaftler die eingegebenen Informationen individuell für die Generierung von CVs und Listen von Arbeitsergebnissen (Publikationen, Patente, Vorträge etc.) oder zur Information über Forschungsaktivitäten nutzen. Diese Funktionalität ist derzeit in der Umsetzungsphase.
Der Datenschutz genießt höchste Priorität. Die Wissenschaftler entscheiden stets selbst über die Verwendbarkeit ihrer persönlichen Daten.
Der Forschungsmonitor ist auch der Ausgangspunkt für weitere Erhebungs- und Analyseinstrumente. So werden alle Doktoranden automatisch zur Teilnahme am iFQ-Promovierendenpanel (ProFile) eingeladen. ProFile befragt Promovierende in regelmäßigen Abständen über die gesamte Promotionsphase hinweg sowie einige Jahre nach Abschluss zu ihren Erfahrungen und Bewertungen. Die im Forschungsmonitor eingepflegte Literatur bildet die Ausgangsbasis für bibliometrische Analysen in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Bibliometrie. Auf diese Weise können eine Vielzahl von Indikatoren und Strukturbeschreibungen zur Verfügung gestellt werden, die auf Zitierungen, Kozitierungen, Koautorschaften usw. beruhen.
Die Zielgruppe
Der Forschungsmonitor richtet sich vornehmlich an Forschungsverbünde und ihre Mitglieder. Aktuell im Mittelpunkt stehen durch die DFG geförderte Graduiertenkollegs und -schulen, Sonderforschungsbereiche und Exzellenzcluster. Eine Ausdehnung auf geförderte Verbünde anderer Förderer aber auch Institutionen ist vorgesehen.
Vorgehen und Methoden
Der Forschungsmonitor ist ein modular aufgebautes internet-basiertes Datenbanksystem, das flexibel an neue bzw. sich verändernde Anforderungen angepasst werden kann. Die Datenerfassung erfolgt primär dezentral auf der Ebene der individuellen Wissenschaftler. Die Dateneingabe wird durch Drop down Menüs, aber auch durch im Forschungsmonitor verfügbare Literaturdatenbanken unterstützt. Um die Vollständigkeit der Daten auf Verbundebene zu gewährleisten, haben die Leitungen die Möglichkeit, basale Personaldaten einzugeben. Um den Anforderungen des Datenschutzes gerecht zu werden, wurden in enger Zusammenarbeit mit der Zentralen Datenschutzstelle der baden-württembergischen Universitäten (ZENDAS) ein tragfähiges Datenschutzkonzept entwickelt und ein komplexes Rechtemangement implementiert.
Der Forschungsmonitor wird in Zusammenarbeit mit Qleo Science GmbH (ehemals FACT GmbH) entwickelt.
Der Forschungsmonitor ist das zentrale Monitoringinstrument des iFQ und dient somit auch Forschungszwecken. Mit ihm lassen sich Mikrodaten generieren, die Analysen zu sehr unterschiedlichen Facetten des Wissenschaftssystems ermöglichen.
Der Forschungsmonitor ist keine für jedermann offene Datenbank. Mitglieder von teilnehmenden Forschungsverbünden werden durch die Verbundleitungen zur Nutzung des Forschungsmonitors eingeladen.
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