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Kompetenzzentrum Bibliometrie

Noch vor 20 Jahren war Bibliometrie etwas Exotisches mit dem sich bestenfalls Experten beschäftigten. Heute stellen die großen Literaturdatenbanken bibliometrische Kennzahlen (wie z.B. den H-Index) standardmäßig zur Verfügung, aber auch in viele Evaluations-, Steuerungs- und Mittelverteilungsverfahren haben bibliometrische Kennzahlen Einzug gehalten. Die Entwicklung von Kompetenz im Umgang mit diesen interpretationsbedürftigen Kennzahlen und einer anspruchsvollen Indikatorik hat mit der rasanten Verbreitung allerdings nicht immer Schritt gehalten.

Um diese Defizite zu beheben und an die internationalen Entwicklungen anzuknüpfen, haben sich – gefördert durch das BMBF – das iFQ, das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), das Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT) der Universität Bielefeld, sowie das Fachinformationszentrum Karlsruhe (FIZ Karlsruhe) zu einem Konsortium „Kompetenzzentrum Bibliometrie für die deutsche Wissenschaft“ zusammengeschlossen.

Ziel der gemeinsamen Arbeit ist zunächst der Aufbau einer In-House-Datenbank auf der Basis von Scopus (Elsevier) und relevanten Beständen des Web of Science (Thomson Reuters). Auf dieser Basis werden Qualitätskontrollen, Fehlerlehren und komplexere Indikatoren entwickelt. Korrekturen, Ergänzungen und Verknüpfungen mit anderen Datenbeständen, die sich aus der Arbeit mit dem Datenmaterial ergeben, sollen den Datenbestand nach und nach ergänzen.

Nach Abschluss der technischen Aufbauarbeiten soll die Entwicklung von Qualitätsstandards, der Indikatorik, der Adress- und Namensvereinheitlichung und die Prüfung der Aussagefähigkeit der derzeit international verwendeten und der neu entwickelten Indikatoren beginnen. Diese Arbeit wird von einem Beirat begleitet, der die einzelnen Arbeitspakete begutachten wird.

In einem dritten Schritt sollen dann konkrete Fragestellungen untersucht werden (wie Genderproblematik, Kooperationsbeziehungen, Wirkung von Fördermaßnahmen, Identifikation von Exzellenz, Charakterisierung von Publikationsstrategien, Untersuchung von Transferprozessen, Autorschaft  usw.). Auch in anderen Projekten der Konsortialpartner soll die gemeinsam geschaffene Datenbasis und Indikatorik zum Einsatz kommen.

Zur Zielsetzung gehören aber auch der Aufbau von Beratungskompetenz und die Nachwuchsförderung. Die Nachwuchsförderung erfolgt zum einen im Rahmen der Doktorandenausbildung. Hierfür wurden aktuell drei Promotionsstellen geschaffen. Die Promovierenden sollen eine gleichermaßen theorie- wie praxisbezogene Ausbildung in der  Bibliometrie erhalten. Hierzu werden sie in die im Rahmen des KB bearbeiteten Forschungsprojekte eingebunden. Darüber hinaus trägt die European Summer School for Scientometrics (esss), die im Sommer 2010 erstmals stattgefunden hat, zur Nachwuchsausbildung bei. Auch hier ist das Ziel eine qualitativ hochwertige theoretische Ausbildung in Kombination mit praktischen Übungen anzubieten und so gleichermaßen Erfahrungen im Umgang mit den Daten und bibliometrischen Verfahren einschließlich der Generierung bibliometrischer Indikatoren zu vermitteln.

Dezember 2008 - Dezember 2013
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Dr. Jasmin Schmitz
Kompetenzzentrum Bibliometrie
Hompage des Projektes

 

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