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Wissenschaftler/innen-Befragung
 
In den vergangenen 15 Jahren hat sich das deutsche Hochschul- und Forschungssystem massiv verändert. So wurden neue Steuerungsinstrumente mit verstärkter Output-Orientierung eingeführt, der Wettbewerb bei der Mittelvergabe hat weiter zugenommen und Differenzierungsprozesse mit dem Ziel stärkerer Stratifikation des Forschungssystems, wie z.B. die Exzellenzdebatte, wurden eingeleitet. Auch neue Karrierewege wie Postdocs, Nachwuchsgruppenleiter oder Juniorprofessuren und die Einführung der W-Besoldung haben die akademische Statusordnung verändert und wirken ihrerseits wettbewerbsstimulierend. Gender Mainstreaming hat sich in den letzten Jahren zu einem hochschulpolitischen „hot spot“ entwickelt. Institutionelle Profil- und Clusterbildung erfordern seitens der Hochschulen heute strategische Konzepte und auch die Governancestrukturen der Hochschulen haben sich durch die Einführung neuer Entscheidungsstrukturen und -gremien teils stark verändert. Hinzu kommt, dass die Internationalisierung und die Verstärkung interdisziplinärer Forschung veränderte Anforderungen an institutionelle und fachübergreifende Kooperation stellen.

Im Rahmen der „Wissenschaftler/innen-Befragung“ soll auf der Grundlage einer breit angelegten Befragung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland untersucht werden, inwieweit die von der DFG offerierten Förderinstrumente und -programme die Bedarfe der Forschenden unter diesen veränderten Rahmenbedingungen noch adäquat bedienen, bzw. wie geeignete Förderinstrumente unter den aktuellen Bedingungen aussehen sollten.

Untersucht und bewertet werden dabei nicht nur die Akzeptanz und Eignung des vorhandenen Förderinstrumentariums, sondern auch nicht-intendierte Effekte, die etwa aus dem Prestige der Programme, ihrer besonderen Würdigung in DFG-unabhängigen Bewertungsverfahren oder materiellen Nebeneffekten resultieren. Auch finden die Instrumente anderer nationaler Förderer in der Studie Berücksichtigung. Begleitend soll die Einbettung des nationalen Wissenschaftssystems in europäische bzw. internationale Zusammenhänge in die Befragung einbezogen werden.

Die Ziele der Studie sind:

  • Verortung der DFG und ihrer Instrumentarien in der Wissenschafts- und Forschungslandschaft
  • Beschreibung der Forschungsbedingungen von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen
  • Beurteilung der Passung des DFG-Portfolios auf die aktuellen Bedarfe
  • Erfassen der Zufriedenheit mit DFG-Instrumenten und Verfahren
  • Erfassen der Außenwahrnehmung der Rolle/Funktionen der DFG im Wissenschaftssystem
  • Anknüpfung an aktuelle wissenschaftspolitische Diskurse zum Peer Review-System, zur Exzellenzinitiative, zum wissenschaftlichen Nachwuchs und zu Governancestrukturen

Um auch Veränderungen im Zeitverlauf bewerten zu können, werden u.a. Fragen aus früheren DFG Antragstellerbefragungen aufgegriffen. Die aktuell geplante Befragung wird jedoch - mit der Tradition der vergangenen DFG-Antragstellerbefragungen brechend, aber auf deren Erfahrungen und Befunden aufbauend - als breite Wissenschaftler/innen-Befragung angelegt, die sich nicht auf die Befragung von DFG-„Kunden“ beschränkt. Die Befragung soll für die DFG unmittelbar handlungsrelevantes Wissen generieren. Gleichzeitig sollen über den DFG-Kontext hinausgehende Bewertungen ermöglicht werden.

Das Projektkonzept wurde in Zusammenarbeit mit der DFG entwickelt. Die Onlinebefragung der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen wird voraussichtlich im Januar/Februar 2010 stattfinden.

Kooperationspartner: DFG
Finanzierung: DFG
Ausführliche Informationen zu diesem Projekt folgen

Ansprechpartner: Susan Böhmer, Jörg Neufeld