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Fragile und konfligierende wissenschaftliche Evidenz im Entscheidungsfindungsprozess der Exzellenzinitiative und ihre Darstellung in den Medien
 

Die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern hat ein großes Medienecho hervorgerufen. Im öffentlichen Diskurs schmücken sich geförderte Universitäten selbst mit inoffiziellen Titeln wie „Eliteuniversität“ und „Exzellenzuniversität“, um sich von nicht geförderten Universitäten abzuheben. Das hohe Interesse der Medien, das sich in einer ausführlichen Berichterstattung niederschlägt, verschafft den Siegern Bekanntheit und Wertschätzung, sodass die Exzellenzinitiative auch ein Wettbewerb um Reputation ist.

Die symbolische Tragweite der Auswahl setzt den Entscheidungsfindungsprozess wissenschaftsintern und -extern unter hohen Legitimationsdruck. Seitens der Wissenschaft wird im Auswahlverfahren zur Exzellenzinitiative besonders Wert auf ein gegenüber der Politik unabhängiges Verfahren gelegt: das Peer Review. Doch entgegen der öffentlichen Erwartung an einen durch Wissenschaftlichkeit geprägten Entscheidungsprozess sind Entscheidungen im Rahmen des Peer Review keineswegs eindeutig, sondern angreifbar und fragil.

Indem Wissenschaftsjournalisten die Komplexität des Begutachtungs- und Auswahlprozesses auf die Etikettierung von Universitäten mit dem Label „exzellent“ reduzieren, sind sie am Prozess der Reputationsverteilung bei der Exzellenzinitiative beteiligt. Dieses Zusammenspiel von Wissenschaft und Medien untersucht unser Projekt mittels einer Inhaltsanalyse der Medienberichterstattung zur Exzellenzinitiative sowie Leitfaden-Interviews mit den berichtenden Wissenschaftsjournalisten.

Kooperationspartner: Prof. Holger Wormer, Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund.
Laufzeit: Oktober 2009-September 2011
Finanzierung: Das Projekt ist in das Schwerpunktprogramm 1409 (SPP 1409) der DFG integriert
Ausführliche Informationen zu diesem Projekt: Fragile und konfligierende wissenschaftliche Evidenz im Entscheidungsfindungsprozess der Exzellenzinitiative und ihre Darstellung in den Medien
Ansprechpartner: Christoph Marty