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Fragile und konfligierende wissenschaftliche Evidenz im Entscheidungsfindungsprozess der Exzellenzinitiative und ihre Darstellung in den Medien
 
Das Projekt will das Zusammentreffen von Wissenschaft und Medien am Beispiel der Exzellenzinitiative untersuchen. Bei den Entscheidungsprozessen in der Exzellenzinitiative wurde von Seiten der Wissenschaft ganz besonders Wert auf ein unabhängiges (Gremienmehrheit) und wissenschaftlich kompetentes (Peer Review) Verfahren gelegt. Von Seiten der Medien wurden in ungewöhnlich intensiver Weise Strategien des politischen Journalismus bei der Berichterstattung über die Exzellenzinitiative genutzt. Hier stoßen fragile wissenschaftliche Evidenzen und ihre verfahrensförmige Sicherung und eine vom Nachrichtenwert und investigativer Neugier geprägte massenmediale Berichterstattung aufeinander. Wissenschaftsinterne, politische und journalistische Kritik und Kommentierung bilden ein Amalgam mit eigener Dynamik und schwer kalkulierbaren Rückwirkungen auf die Handlungslogiken in den jeweiligen Feldern.
Im Hintergrund steht ein längerfristiger Veränderungsprozess, in dem einerseits das journalistische Interesse an Wissenschaft und die Intensität der Berichterstattung zugenommen hat, andererseits Zweifel an der Fähigkeit klassischer wissenschaftlicher Verfahren der Evidenzsicherung (Peer Review) entstanden sind, die sich insbesondere aus den Wissenschaftsskandalen der letzten Jahre (Ethikdebatte Medizin, Tabakindustrie; Fälschungsskandale und Betrugsfälle) speisen. Auf Seiten der Wissenschaft ist Unsicherheit darüber entstanden, wie und ob wissenschaftsinterne Öffentlichkeit von der massenmedialen Beobachtung getrennt werden soll oder darf.
Im Fall der Exzellenzinitiative stoßen exemplarisch die Fragilität wissenschaftlicher Urteilsfindung einerseits und veränderter Formen der öffentlichen Auseinandersetzung über Wissenschaft aufeinander.

Projektstart: Juli 2009; Laufzeit: 2 Jahre; Finanzierung: DFG

Kooperationspartner: Prof. Holger Wormer, Universität Dortmund

Das Projekt ist Teil des DFG Schwerpunktprogramms SPP 1409 „Wissenschaft und Öffentlichkeit: Das Verständnis fragiler und konfligierender wissenschaftlichen Evidenz (Erfahrungsbereich B)“. Im Rahmen dieses SPPs soll das Schnittfeld zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit empirisch untersucht werden. Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zu diesem Projekt folgen

Ansprechpartner: Christoph Marty