Spezifikation Kerndatensatz Forschung
Wissenschaftsrat Fraunhofer FIT
 
 
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Zielsetzung

Ziel des Projektes ist die Spezifikation der in den Empfehlungen des Wissenschaftsrats zum Kerndatensatz Forschung beinhalteten Definitionen. Der Kerndatensatz ist ein Angebot an Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, um bereits bestehende Aktivitäten bei der informationstechnischen Erfassung ihrer Forschungsaktivitäten zu unterstützen. Für die Spezifikation der vom Kerndatensatz beinhalteten Definitionen werden in einem ersten Schritt relevante Parameter des Forschungssystems identifiziert. In einem zweiten Schritt wird durch einheitliche Definitionen von Daten und Datenformaten unter Einbeziehung ausgewiesener Fachexperten die Grundlage für eine Standardisierung geschaffen. Parallel dazu wird eine Überarbeitung der Fächerklassifikation angestrebt. Die Integration des Kerndatensatzes in das einrichtungsinterne Informationsmanagement soll künftig einen elektronischen Datenaustausch ermöglichen.

Aufgrund der Vielzahl an inhaltlich zu definierenden Elementen und den damit verbundenen heterogenen Berichtsinteressen ist zu erwarten, dass keine vollständige Standardisierung im Rahmen der Zeitspanne erreichbar ist. Da innerhalb des deutschen Wissenschaftssystems ein konstruktives Standardisierungsvorgehen jedoch dringend notwendig ist, liegt der Projektfokus auf der initialen Klärung von Kernpunkten.

Die Bearbeitung der vier inhaltlichen Aufgabenblöcke Definitionen und Datenformate, Bibliometrie, Technik und Schnittstellen und Fächerklassifikation erfolgt in Projektgruppen, und wird durch das Projektmanagement koordiniert und geleitet. Auf Ebene der Projektgruppen werden zunächst bestehende Definitionen, Datenquellen, Publikationsformate und Klassifizierungen genutzt, um in einem projektgruppeninternen Abstimmungsverfahren einen Vorschlag zu erarbeiten. Eine Arbeitsgruppe des Wissenschaftsrates begleitet das Projekt in der Funktion eines Beirats, dessen Mitglieder vom Wissenschaftsrat berufen werden.

Aufgrund der Vielzahl der Akteure, ihrer Interessenlagen und Anforderungen sowie der Fülle bereits existierender Praxen und Definitionen werden Anhörungen stattfinden, die die Einbindung externer Expertise ermöglichen. Durch die Anhörungen wird das Ziel verfolgt, eine Entscheidungsvorlage mit möglichst breiter Akzeptanz und Passung für die deutsche Wissenschaftslandschaft zu erarbeiten.

Um eine möglichst starke Orientierung an der Berichtsrealität zu erreichen werden frühzeitig Piloteinrichtungen einbezogen. Dadurch wird einerseits sichergestellt, dass sich die Spezifikation in der Praxis von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen möglichst unproblematisch umsetzen lässt, andererseits soll dadurch der Erfahrungsaustausch über Kosten und Nutzen der Implementierung einzelner Elemente des Berichtssystems erleichtert werden.

Auf die Kommunikation der Ergebnisse während der Projektlaufzeit wird besonderer Wert gelegt. Dies ist ebenso zentral wie die Einbindung aller Akteure für den Erfolg der Spezifikation als Standard.

Folgende Definitionsziele wurden auf inhaltlicher Ebene festgelegt:

Systemweite Datenbasis Text anzeigen/verstecken

Aufgrund der Heterogenität der Datenhaltung gestaltet sich jede Form von institutionellen Vergleichen aufwändig. Der Kerndatensatz Forschung verfolgt den Zweck, Vergleiche durch Schaffung einer standardisierten Datenbasis sowie die Weitergabe vergleichbarer Daten zu ermöglichen. Daher ist eine Standardisierung von Datenformaten auf nationaler Ebene unverzichtbar. Der Kerndatensatz definiert und standardisiert Datenformate

  1. auf der untersten Erfassungsebene,
  2. für verschiedene Einheiten eines Faches und nach einer geeigneten Aggregation auf einer höheren Ebene auch
  3. zwischen institutionellen Einheiten wie z. B. ganzer Hochschulen.

Damit entstehen Daten, die von den verschiedenen Akteuren des Wissenschaftssystems in Deutschland, für Analysen und Vergleiche, für Berichtslegungen, Informationszwecke oder andere interne Zwecke verwandt werden können. Auch für Studierende können Auswertungen auf Basis dieser Daten wertvolle Informationen liefern. Für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wird mit dem Kerndatensatz außerdem ein hohes Maß an Transparenz geschaffen.

Qualitätssicherung Text anzeigen/verstecken

Durch die Standardisierung beseitigt der Kerndatensatz Forschung definitorische Unsicherheiten, die häufig die Bereitstellung von Daten erschweren. Erreicht wird dadurch eine verbesserte Datenqualität. Zusätzlich entsteht durch die verbreitete Nutzung des Kerndatensatzes auch ein starker Anreiz zur Qualitätskontrolle der Dateninhalte durch die Datenlieferanten auf allen Ebenen – von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bis zu den Einrichtungen. Die Umsetzung der Qualitätssicherung obliegt den Einrichtungen.

Interpretierbarkeit Text anzeigen/verstecken

Klar definierte Datenformate erleichtern auch die Interpretation der Daten und erhöhen damit ihre Aussagekraft. Nur mit eindeutig definierten Daten lassen sich belastbare Vergleiche über die Zeit durchführen.

Begrenzung des Aufwandes Text anzeigen/verstecken

Durch die Standardisierung reduziert sich der Erhebungsaufwand, da Daten unabhängig von einer speziellen Anfrage auf Seiten der Forschungseinrichtungen vorgehalten werden können. Standardisierte Daten erlauben bei einer weitgehend anfrageunabhängigen Definition die Mehrfachnutzung für verschiedenste Anwendungen. Die längerfristige Gültigkeit des Standards vorausgesetzt reduzieren sich auch variierende Anforderungen seitens der Datenabfrager. Spätestens nach einer überschaubaren Anlaufphase können Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen auf den Kerndatensatz verweisen, um damit – bis auf wenige, gut begründete Ausnahmefälle – nicht mit dem Kerndatensatz kompatible Datenabfragen zurückzuweisen. Die Definitionen bilden damit einen Kern an verfügbaren Daten, der auf Anfrage bei begründetem Bedarf um weitere "Schalenbereiche" für die jeweilige Abfrage ergänzt werden kann.

Begrenzung der Abfragen Text anzeigen/verstecken

Da durch den Kerndatensatz die wesentlichen Informationen über Forschungsaktivitäten einfach bei Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen abgefragt werden können, werden sich die Daten des Kerndatensatzes als Basis für die Bildung von Indikatoren zur Erfassung und Bewertung von Forschungsleistungen etablieren. Damit werden sich Notwendigkeit und Ausmaß zusätzlicher Datenerhebungen und -abfragen reduzieren.

Datenhoheit Text anzeigen/verstecken

Die Daten selbst verbleiben wie bisher bei den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Bei Anfragen ist jedoch im Gegensatz zum bisherigen Verfahren ein definierter Kern an Daten lieferbar. Gegenüber bisherigen Abfragen ergeben sich demzufolge keine grundlegend anderen Anforderungen an datenschutzrechtliche Regelungen, da jeweils die Ausschnitte aus den vorliegenden Daten geliefert werden.